Ortsbezogene Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zur Bewerbung um die Olympischen Spiele und Paralympics 2018

Im Olympiabüro, aber auch bei den Bürgermeistern und der Verwaltung sind in den letzten Wochen viele Fragen von interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur gemeinsamen Bewerbung um die Olympischen Spiele und Paralympics 2018 mit München und dem Berchtesgadener Land eingegangen, die wir hier beantworten möchten.

Welche neuen Sportstätten muss Garmisch‐Partenkirchen errichten, sollten die Olympischen Winterspiele und Paralympics zu uns kommen?

Unser Ort punktet mit einem für die Alpinen Skiweltmeisterschaften 2011 top ausgebauten Skigebiet und einer neuen K125‐Schanze ‐ es ist daher verständlich, dass hier keine weiteren Investitionen notwendig sind. Der Markt muss nur eine neue K90‐Schanze (als Ersatz für die bestehende mittlere K80) errichten, was den Löwenanteil der Kosten ausmacht und einen wertvollen Beitrag zur Nachwuchsförderung im Skispringen leistet. Die übrigen Investitionen sind dauerhafte Baumaßnahmen am Hang im Bereich Olympia‐Skistadion und Hausberg zur Ausrichtung der Buckelpisten‐, Snowboard‐, Skicross‐ und Aerials‐Wettbewerbe, da man einen Hang nicht vorher umbaut und im Anschluss wieder rückbaut. Diese Hangverbauungen werden dem Markt nach aktuellen Kostenschätzungen in Summe jedoch weniger als eine Million Euro kosten. Für die Sportstätten wurde uns von Bund und Freistaat eine Zweidrittelförderung zugesagt, die Höhe der Zuschüsse wird von einem vorher durchzuführenden Realisierungswettbewerb abhängig sein. Weitere Sportstätten ‐ wie beispielsweise die Halfpipe ‐ werden nicht dauerhaft errichtet und damit auch nicht vom Markt bezahlt. Die Kosten für temporäre Maßnahmen trägt das Organisationskomitee, dessen Budget sich aus Sponsorengeldern, dem Ticketverkauf etc. zusammensetzt. Im Bid Book garantiert der Markt Garmisch‐Partenkirchen nur einzelne, dezidierte Projekte wie oben beschrieben und gibt keine „Blankoschecks“.


Was wird für die Olympischen Spiele und Paralympics in die Infrastruktur investiert?
Weitere spezifischen Kosten außer den oben genannten gibt es nicht, da der in den Planungen enthaltene Ausbau der St.‐Martin‐Straße im Zuge der Anbindung an den im Bau befindlichen Kramertunnel ohnehin ‐ also mit oder ohne Olympischen Winterspiele und Paralympics ‐ kommen wird. Für diese Maßnahme erhält der Markt Garmisch‐Partenkirchen
zudem eine 50%ige Förderung des Bundes. Auch das Umweltprojekt „Nachhaltiges Garmisch‐Partenkirchen“, das bereits einstimmig vom Marktgemeinderat beschlossen wurde, wird unabhängig von der Bewerbung umgesetzt.


Wer trägt die Kosten für die übrigen örtlichen Maßnahmen?
Der Wanktunnel sowie die Ortsumfahrungen von Oberau und der teilweise zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke München ‐ Garmisch‐Partenkirchen wird vom Bund getragen. Die für diese Maßnahmen erforderlichen Mittel werden aber nur im Falle eines Zuschlags im Juli 2011 zeitnah freigegeben, also „ohne Olympia ‐ keine Tunnel“ bis 2018. Alles was mit der Ausrichtung und Durchführung der Olympischen und Paralympischen Spiele, inklusive aller temporären Wohnmodule und Baumaßnahmen, zu tun hat, wird durch das noch zu gründende Organisationskomitee (OCOG) getragen. Sollte es in diesem Budget ein Defizit geben, zahlt der Markt Garmisch‐Partenkirchen keinen Cent zu, da dieses anteilig von Bund, Freistaat und Landeshauptstadt München getragen wird.


Wird das Eissportzentrum abgerissen?
Das Eissportzentrum wird nur abgerissen, wenn sich ein Investor findet, der eine multifunktionale Halle errichtet, im Zuge von klaren Wirtschaftlichkeitsberechnungen nachweist, dass insbesondere der Eishockey‐ und Eissport in Garmisch‐Partenkirchen für alle Betroffenen erhalten bleiben kann, und der Marktgemeinderat dies auch beschließt. Wenn dem nicht so ist, bleibt das bestehende Eissportzentrum erhalten. Soweit die bestehenden Hallen für Olympische Winterspiele benötigt werden, wird eine Instandsetzung unter maßgeblicher Beteiligung des Freistaates angestrebt.


Was ist wenn sich kein Investor für Kongresshaus, multifunktionelle Halle und Feriendorf findet?
Dann würde es diese Projekte auch nicht geben, da der Markt diese weder selbst errichten möchte, noch darf. In Folge wäre das gesamte Snow Village mit der bestehenden Bebauung sowie temporären Modulen abzubilden. Die Kosten werden dann in das Budget des Organisationskomitees eingestellt, für das der Markt Garmisch‐Partenkirchen nicht gerade stehen muss.


Was ist mit dem Alpspitz‐Wellenbad und der Sportstraße?
Das Bad bleibt erhalten, ein Ausbau der Sportstraße zwischen Wildenauer Straße und Bahnübergang Kreuzeckbahnstraße war nie geplant und wird auch nicht kommen. Es ist aber derzeit angedacht den Bahnübergang Klammstraße für die Olympischen Spiele sowie permanent für den Landwirtschaftsverkehr zu öffnen.

Schriftgröße: